
"Durch meinen Physikunterricht dazu veranlasst,
griff ich im Jahre 1860 eine schon früher begonnene Arbeit über die
Gehörwerkzeuge wieder auf und hatte bald die Freude, meine Mühen durch
Erfolg belohnt zu sehen, indem es mir gelang, einen Apparat zu erfinden, durch
welchen es möglich wird, die Funktionen der Gehörwerkzeuge klar und
anschaulich zu machen, mit welchen man aber auch Töne aller Art durch den
galvanischen Strom in beliebiger Entfernung reproduzieren kann. - Ich nannte
das Instrument ‚Telefon'."
(Philipp Reis, 1834 - 1874)
Am 26. Oktober 1861 präsentierte er sein Telefon zum ersten Mal vor dem Physikalischen Verein in Frankfurt. Das Echo war äußerst enttäuschend - seine Erfindung wurde als "Spielerei" abgelehnt.
Überzeugt, keine Luftschlösser zu bauen, sorgte Philipp Reis selbst dafür, seinen Apparat bekannt zu machen. An unterschiedlichen Orten der Welt dienten sie als Experimentierobjekte oder wurden in wissenschaftliche Sammlungen aufgenommen.
Den Ruhm zu Lebzeiten selbst zu ernten, blieb Reis versagt. Er starb 1874 im Alter von 40 Jahren.
Zwei Jahre nach dem Tod Reis' betrat der Amerikaner Graham Bell die Bühne und ließ sein" Telefon patentieren - mit dem Eingeständnis, Reis' Arbeiten teilweise gekannt zu haben.
Schüler, Lehrerkollegen und namhafte Wissenschaftler setzten sich dafür ein, dass Philipp Reis die Ehre zuteil wurde, die ihm gebührte, nämlich, das erste brauchbare Telefon erfunden zu haben.
In seinem ehemaligen Wohnhaus, das inzwischen denkmalgeschützt ist, befindet sich heute die Philipp-Reis-Sammlung der Deutschen Bundespost und das Stadtarchiv.
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